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Rund um die Mailänder Scala, Museumsbeschreibung

Verantwortlicher Autor: Ekkehard Boldt Mailand, Italien, 13.01.2020, 12:25 Uhr
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Mailand, Scala, Bühnenproben
Mailand, Scala, Bühnenproben  Bild: Ekkehard Boldt

Mailand, Italien [ENA] Die Mailänder Scala wird heutzutage zu den wichtigsten Opernhäusern der Welt gezählt. International gefeierte Interpreten, herausragende Aufführungen sowie die einzigartige, kostbare,neoklassizistische Innenarchitektur verleihen der Mailänder Scala ein prominentes Publikum und eine bezaubernde Aura.

Zur Historie: Das „Teatro alla Scala“ wurde am 3. August 1778 eröffnet und ersetzte das 1776 abgebrannte Teatro Regio Ducale. Maria Theresia ließ in der Hauptstadt der damals österreichischen Lombardei für den Neubau die Kirche Santa Maria alla Scala abreißen und durch den klassizistischen Architekten Giuseppe Piermarini das eher schlicht wirkende neue Opernhaus in nur 23 Monaten errichten.

Nach der völligen Zerstörung im Zweiten Weltkrieg (1943) war das legendäre Opernhaus in Rekordzeit wiederaufgebaut worden. Am 11. Mai 1946 wurde das Haus mit einem Konzert unter Arturo Toscanini wiedereröffnet. Von 2001 bis Anfang Dezember 2004 war die Mailänder Scala geschlossen, um Akustik und Bühnentechnik auf den neuesten Stand zu bringen und dabei doch den Stil der ursprünglichen Inneneinrichtung weitgehend zu erhalten. Mit dem Wiederaufbau wurde der Schweizer Architekt Mario Botta beauftragt. Unter seiner Verantwortung entstand ein Theater mit modernster Bühnentechnik, aber Foyer und Zuschauerraum erhielten ihre originale Ausstattung von 1778. Seither kann auf drei Bühnen gleichzeitig geprobt werden. Der neue Bühnenturm erreicht eine

Die Liste der Uraufführungen ist nicht nur lang, sondern zeigt vor allem die Prominenz des Opernhauses, für das sogar der Neubau der Kirche Santa Maria alla Scala abgerissen wurde. Zu den legendärsten gehören Bellinis Norma (1831) sowie Nabucco (1842), Otello (1887) oder Falstaff (1893) von Verdi und Madam Butterfly (1904) und Turandot (1926) von Puccini. So bekannt wie diese Opern sind auch die Interpreten, die in der Mailänder Scala regelmäßig auftreten – darunter Placido Domingo, Anna Netrebko oder Jonas Kaufmann, um nur ein paar Namen zu nennen.

Foyer Toscanini Quelle: Ekkehard Boldt
Foyer Toscanini Quelle: Ekkehard Boldt

Opernfreunde, die keine Karte für den Museumstempel bekommen, können sich mit dem Besuch des Theatermuseums ein wenig trösten und bilden. La Scala Museum wurde im Jahr 1913 gegründet und zeigt die Geschichte der Mailänder Scala und eine Sammlung wertvoller Theatergegenstände und Gemälde sowie Dokumente, Büsten und Instrumente aus dem Schaffen Verdis. Vom Museum aus erfolgt der Zutritt zum Foyer Toscanini mit den Büsten der bedeutendsten Musikdirektoren.

Büste von Puccini Quelle: Ekkehard Boldt
Plakat, Prominenz u.a. Angela Merkel Quelle: Ekkehard Boldt
Büste von Toscanini Quelle: Ekkehard Boldt

Vom Foyer Toscanini erfolgt der Zutritt zu den Balkons. Von den Balkons kann man das gesamte Theater und die Bühne überblicken. In der Vergangenheit war die Gestaltung der Logen dem Geschmack der Eigentümer überlassen, so dass die Scala ein Sammelsurium an verschiedenen Einrichtungen, Verspiegelungen und Farben war. Zu jeder Loge gehörte ein kleiner Hinterraum, der der Zubereitung der Speisen für das Abendessen diente. Heute sind die Logen mit 4 bis 5 Stühlen bestückt und mit rotem Damast bezogen. Es wurde viel Wert auf die orignialgetreue Rekonstruktion gelegt, was u.a. an der typischen Malstruktur der Türen zu den Balkons zu sehen ist.

Theatermuseum Bild:Ekkehard Boldt
Theatermuseum Bild:Ekkehard Boldt
Theatermuseum Bild:Ekkehard Boldt
Theatermuseum Bild:Ekkehard Boldt
Theatermuseum Bild:Ekkehard Boldt
Theatermuseum Bild:Ekkehard Boldt
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